Tragschicht
Inhalt
- Allgemeines
- ungebundene Tragschicht
- gebundene Tragschicht
Allgemeines
Die fachgerechte Herstellung der tragenden Schichten ist maßgebend für die Dauerhaftigkeit einer Verkehrsflächenbefestigung.
Je nach Verkehrsbelastung und örtlichen Gegebenheiten wird nach
RStO 01 die Schichtdicke vorgeschrieben. Aussagen über die Tragfähigkeit, Verdichtung sowie das Material und Kornzusammensetzung werden in der
ZTV SoB-StB 2004 getroffen. Die Tragschicht ist mit derselben Querneigung wie die spätere Pflasterdeckenoberfläche herzustellen.
Werden die Anforderungen der Regelwerke nicht erfüllt, so treten meistens Schäden in Form von Verformungen an der Oberfläche auf. Der Auftragnehmer hat die Anforderungen im Rahmen seiner Eigenüberwachung nachzuweisen.
Im allgemeinen erfüllt bei ungebundenen Tragschichten die Tragschicht auch die Aufgabe einer Frostschutzschicht.
Als Tragschichtmaterial können entweder ungebrochene oder gebrochene Mineralstoffe eingesetzt werden. Ungebrochene sind Kiese, d. h. rundkörnige Minerale, die durch Flussablagerungen entstanden sind. Gebrochene sind Schotter, die durch Sprengung in einem Steinbruch gewonnen und anschließend in einem Brecher zerkleinert werden.
Eine höhere Tragfähigkeit weisen gebrochene Baustoffe auf, da sich diese untereinander besser verzahnen und eine bessere Lastabtragung gewährleisten.
Als Kenngrößen für eine fachgerecht ausgebildete Verkehrsflächenbefestigung dienen nach
ZTV SoB-StB 2004
- Das Verformungsmodul Ev2, angegeben in MN/m2; dieser wird auf der Baustelle durch den Plattendruckversuch nach DIN 18134 ermittelt. Eine kreisförmige Lastplatte wird zweimal belastet. Durch die auftretenden Setzungen wird einerseits nach der Erstbelastung ein Ev1-Wert, nach der Zweitbelastung ein Ev2-Wert ermittelt.
- Das Verhältnis aus Ev2/Ev1 macht eine Aussage über die Verdichtung
- Die abschlämmbaren Bestandteile (‹ 0,063 mm) dürfen bei Anlieferung 5 Gew.-% und 7 Gew.-% nach Einbau nicht überschreiten
- Die Körnungslinie muss in dem laut
ZTV SoB-StB 2004 geforderten Bereich liegen.
Die Verformungsmoduln, die Verdichtung sowie der Anteil abschlämmbarer Bestandteile sollten im Einzelfall der
ZTV SoB-StB 2004 entnommen werden und sind vom Auftragnehmer nachzuweisen.
Als gebundene Tragschichten kommen entweder
eine Dränbetontragschicht als starr nach dem Merkblatt für Dränbetontragschichten 1996 oder eine Dränasphalttragschicht als semisteif nach dem Merkblatt für wasserdurchlässige Befestigungen von Verkehrsflächen, jedoch ausschließlich für Bauklasse V und VI
in Frage. Auf eine ausreichende Wasserdurchlässigkeit der Tragschicht ist besonders bei der Ausführung zu achten.
Bei Ausführung einer ungebundenen Pflasterdecke auf einer gebundenen
Tragschicht ist zur Gewährleistung der Filterstabilität ein Filtervlies auf der Tragschicht
erforderlich.